Die Bewertung von Schimmelpilzanalytik in der Praxis

Schimmelpilzwachstum in der Folge von Feuchtigkeitsschäden sind heute ein immer größer werdendes Problem. Undichtigkeiten, Neubaufeuchte und Starkregenereignisse führen zu immer mehr Feuchtigkeitsschäden an Gebäuden. Experten empfehlen für eine nachhaltige und fachgerechte Sanierung nicht nur die Feststellung der Schadensursache sondern auch die Ermittlung des Schadensausmaßes um darauf basierend ein Sanierungskonzept zu erstellen. Neben bauphysikalischen und bautechnischen […]

Schimmelpilzwachstum in der Folge von Feuchtigkeitsschäden sind heute ein immer größer werdendes Problem. Undichtigkeiten, Neubaufeuchte und Starkregenereignisse führen zu immer mehr Feuchtigkeitsschäden an Gebäuden. Experten empfehlen für eine nachhaltige und fachgerechte Sanierung nicht nur die Feststellung der Schadensursache sondern auch die Ermittlung des Schadensausmaßes um darauf basierend ein Sanierungskonzept zu erstellen. Neben bauphysikalischen und bautechnischen Messungen kommt dazu auch die mikrobiologische Schimmelpilzanalytik zum Einsatz. Das Spektrum der Mikrobiologie bietet hierfür vielfältige Analyseverfahren an. Wann welche Analytik angewendet werden sollte und welche Vor- und Nachteile die jeweilige Analyse bieten, ist nicht immer einfach abzuschätzen. Warum mikrobiologische Analytik? Je nach Fragestellung unterscheidet sich die Antwort auf diese Frage. Zum einen kann die Artenbestimmung eine Rolle spielen, zum anderen die Feststellung des Schadensausmaß oder das Aufdecken von nicht sichtbaren oder versteckten Schimmelpilzschaden.
Selbst ein starker Bewuchs von Schimmelpilzen und Bakterien kann nicht immer vom menschlichen Auge erkannt werden. Es bedarf eine sehr hohe Konzentration an Mikroorganismen und Pigmente um für den Menschen sichtbar zu werden. Zielorientierte, mikrobiologische Analytik kann verwendet werden um folgende Fragestellungen zu beantworten:
• Schadensausmaß – Größe der bewachsenden Fläche
• Stärke und Tiefe des Befalls
• Bewuchs oder Verschmutzung von Oberflächen
• Ursachensuche
• Artenbestimmung
• Arbeitsschutzmaßnahmen
• Altersbestimmung
• Abgrenzung von verschiedenen Schäden
Damit die Analyseergebnisse auch die entscheidenden Antworten liefern können, muss die richtige Analyseart gewählt werden. Grundsätzlich werden zwei Analysearten unterschieden. Zum einen die Methoden, bei denen die Mikroorganismen anzüchten werden und zum anderen die mikroskopischen Untersuchungen. Die häufigste Analytik der ersten Kategorie ist die Bestimmung der Kolonie bildenden Einheiten (KBE). Hier wird z.B. mittels einer Probensuspension oder per Impaktion der Raumluft, vitale Schimmelpilz- und Bakterienkolonien auf verschiedenen Nährmedien angezüchtet, ausgewertet und differenziert.Zum anderen gibt es mikroskopische Analysen, die im Gegensatz zu der KBE Analytik nur eine eingeschränkte Differenzierung der Gattungen und Arten ermöglichen, jedoch viel schnellere Ergebnisse liefern und auch tote und inaktive Mikroorganismen erfasst. Dies ist besonders wichtig, da auch von den nicht vitalen Schimmelpilzen eine allergische und reizende Wirkung ausgehen kann. (vgl. UBA Schimmelpilzleitfaden, 2017). Bei der mikroskopischen

 

 
Dipl. Inf. MSc Judith Meider